8. Jul, 2017

Heute hat mir eine Familie, in der vor kurzem der Vater gestorben ist, von ihrem bewussten Abschiedsnehmen erzählt. Ich war sehr gerührt und angetan, wie liebevoll sie dies gestaltet haben.

Viele wissen gar nicht, was in Deutschland alles möglich ist nach dem Eintreten des Todes.
Daher möchte ich ein wenig darüber berichten, denn die Abschiedsnahme ist ein großer und wichtiger Schritt in der Trauerverarbeitung.

Nach dem der Tod eingetreten ist, dürfen in Deutschland die Verstorbenen bis zu 36 Stunden zu Hause bleiben. Sie können im Sarg aufgebahrt werden, aber auch im eigenen Bett verbleiben. Verwandte und Freunde können so in gewohnter Umgebung entspannt Abschied nehmen.
Durch den Anblick des Verstorbenen kann der Tod begriffen und besser akzeptiert werden. Sollte der Verstorbene einen langen Leidensweg durch eine schwere Krankheit durchlaufen haben, kann eine Aufbahrung ein tröstlicher Anblick für die Familie sein. Denn nach dem Tod entspannen sich die Muskeln und der Gesichtsausdruck des Verstorbenen wirkt zufrieden. Oft heißt es, Kinder könnten den Anblick eines Toten nicht ertragen. Aber das stimmt nicht. Es ist die Angst der Erwachsenen vor dem Tod, die auf die Kinder projiziert wird. Für Kinder ist der Tote kein schrecklicher Anblick. Natürlich müssen Kinder vorbereitet und begleitet werden: Den Kindern sagen, wie sich die Verstorbenen anfühlen und wie sie aussehen - und die Kinder testen das und fassen den Toten ohne Scheu an. Was den Abschied für die Kinder leichter macht.
Man kann auch im Krankenhaus Verstorbene nach Hause holen lassen, um sie dort aufzubahren, und um sich in Ruhe zu verabschieden.
Bei einer Erdbestattung ist das Versenken des Sarges im Grab für diejenigen, die das miterleben, eines der stärksten Zeichen dafür, dass das Sterbliche eines Menschen an seinem Ende angekommen ist. Einen solchen Eindruck des endgültigen Abschieds kann man auch im Krematorium erfahren. Es wird den Hinterbliebenen gewährt, dabei sein zu können, wenn der Sarg in die Brennkammer geschoben wird. Vorher dürfen sie, wenn sie wollen, auch unmittelbar vor der Verbrennung noch einen Blick in den Sarg werfen, diesen mit Blumen, Kerzen und kleinen Geschenken schmücken. Auch Musik abspielen zu lassen ist natürlich möglich. Mit „Trauermusik“ zur letzten Ruhe geleitet zu werden möchten heute nur noch wenige, sondern mit ihrem Lieblings-Pop-Song oder anderen, mit guten Erinnerungen behafteten Klängen.
In Sachsen besteht offiziell die Möglichkeit, die Urne 6 Monate zu Hause aufzubewahren und sich zu verabschieden. Nach Ablauf dieser Frist muss die Urne mit der Asche auf einem Friedhof, im Bestattungswald oder auf See beigesetzt werden.

 

8. Jul, 2017
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